Projektbeschreibung
Aus einem Siedlungshaus der 1950er Jahre mit einem bungalowartigen Anbau aus den 1970er Jahren entstand durch eine umfassende Sanierung, Neuorganisation und Erweiterung ein zeitgemäßes Wohnhaus. Dabei wurden nicht nur Grundrisse verändert, sondern Architektur, Innenräume und Garten als zusammenhängender Lebensraum neu entwickelt.
Die Bauherrschaft hatte den Wunsch nach einem Zuhause, das sich nicht an bestehenden Wänden orientiert, sondern an den eigenen Lebensgewohnheiten. Deshalb stand zu Beginn der Planung nicht die Frage nach Materialien oder Baustilen im Mittelpunkt, sondern die Menschen, die später in diesem Haus leben würden.
Der ursprüngliche Gebäudekomplex bestand aus einem klassischen Siedlungshaus mit kleinen Räumen und einem rechtwinklig angebauten Wohntrakt aus den 1970er Jahren. Die vorhandene Raumaufteilung entsprach weder den gewünschten Wohnabläufen noch den räumlichen Qualitäten des Grundstücks.
Statt den Bestand lediglich zu modernisieren, wurde das gesamte Haus neu organisiert. Die bisherigen Schlafräume wurden zum offenen Wohnbereich mit Küche und Esshalle umgestaltet. Ein großzügiger, verglaster Vorbau erweitert diesen Bereich zum geschützten Innenhof und verbindet Haus und Garten zu einem gemeinsamen Lebensraum.
Die ehemaligen Wohnräume des Anbaus wurden dagegen zu ruhigen Schlafbereichen mit Ankleidezimmer umgebaut. Das bisherige Kaminzimmer erhielt eine neue Nutzung als großzügiges Badezimmer. Durch diese Neuordnung entstanden Räume, deren Funktionen den Lebensgewohnheiten der Bewohner deutlich besser entsprechen als der ursprüngliche Grundriss.
Auch die Außenanlagen waren von Anfang an Bestandteil der Planung. Terrasse, Innenhof und Garten wurden gemeinsam mit dem Gebäude entwickelt und bilden heute einen geschützten Aufenthaltsbereich zwischen Wohnhaus und Geschäftsgebäude. Klare Linien, natürliche Materialien und eine zurückhaltende Formensprache verleihen dem gesamten Ensemble eine zeitlose Architektur mit dezenten Einflüssen des japanischen Wohnstils.
Konstruktiv standen weniger aufwendige Eingriffe als vielmehr das konsequente Weiterdenken des Bestands im Vordergrund. Bestehende Bauteile wurden dort erhalten, wo sie sinnvoll waren, und nur gezielt ergänzt oder verändert.
Dieses Projekt zeigt, dass Architektur weit mehr sein kann als die Umgestaltung eines Gebäudes. Wenn Gebäude, Innenräume und Außenanlagen gemeinsam entwickelt werden, entsteht ein Lebensraum, der sich an den Menschen orientiert – und nicht umgekehrt.
„Was wollen Sie in Ihrem Haus machen? Was soll es können?“
Diese Frage stellte uns Norman Heimbrodt gleich zu Beginn der Planung. Erst waren wir überrascht. Heute wissen wir: Genau darin lag der Schlüssel zu unserem Haus. Wir haben nicht einfach einen neuen Grundriss bekommen, sondern ein Zuhause, das wirklich zu unserem Leben passt.
Besonders beeindruckt hat uns, wie aus unseren Gesprächen schon nach wenigen Minuten perspektivische Skizzen entstanden. Ebenso faszinierend waren die kreativen Lösungen, mit denen Budget gespart wurde, ohne an Qualität zu verlieren – oft gefielen uns diese Ideen sogar besser als unsere ursprünglichen Vorstellungen.
A. R.





